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Sea-City Varna at Night

bLOG-buch

24.11.2023 - Das Letzte seiner Art - President Truman

President Truman

Gerade bei https://simonthewizard.com/2023/11/24/president-truman-with-murata/ gesehen. Ich konnte noch eines der letzten seiner Art in DeltaLima erwerben, bevor es aus den Regalen der Händler verschwand. Hier in 178BG scheint es auch noch einige davon zu geben ... wenn auch deutlich über dem alten Verkaufspreis.

Mobimax.bg

Emag.bg

Meine Murata Truman hatte ich ohne Abgleich erworben, um den "Out of the Box" Zustand bewerten zu können. Direkt aus der Kiste spielte die kleine Truman recht gut, in FM wie üblich etwas zu leise. Auf AM aber schon sehr gut. Der RX war auch schon sehr gut in AM und FM.

Ich habe die kleine Truman dann am eigenen Meßplatz abgeglichen - hier noch mit dem Trimmwerkzeug möglich. Das Ergebniss ist echt beeindruckend. Der Empfang hat so wohl in Empfindlichkeit als auch in der Demodulationsqualität noch ein mal deutlich zugelegt, es klingt oft nach UKW-Betriebsfunk. Senderseitig wurde damit auch gleich die Frequenz genau abgeglichen auf typische Betriebstemperatur. Der Hub wurde nur leicht angehoben, jedoch dem O-Mike eine verbesserte Schallführung und Abdichtung zum Gehäuseinneren verpasst. Die Modulation ist nun frei von Kammfiltereffekten, welche nur unnötig die Bandbreite verbraten hatten. Sie ist nun laut, sehr gut, voller zur Übertragung nützlicher Frequenzbereiche . Ein Verstärkermikrofon wie z.B. Superstar Sharpshooter hat die Übertragung eher ausgedünnt und keine Verbesserung zum O-mike ergeben.

Die kleine Truman ist bei uns zum festen Arbeitstier für AM/FM geworden und dient als Erweiterung unseres SSB-Setups. Sie steht damit in unmittelbarem Vergleich zu teutlich teurerem Gerät und hat sich einen festen Platz als legales CB-Gerät behaupten können. An einer kleinen Endstufe liefert sie z.B. 50 Watt AM Träger Deadkey und 200 Watt bei Vollmodulation und schreit dann wie ein Trucker auf dem TruckStopKlo :-) ...

30.10.2023 - President Georg II - Servicemenü

(NUR ZUR INFORMATION - Nutzung auf eigene Gefahr)

PRESS PTT+F+TB AND TURN ON THE RADIO

DISPLAY WILL SHOW 'TEST'

RELEASE BUTTONS

PRESS NRC THEN ECHO THEN VOX

WARNUNG: Änderungen im Servicemenü können schaden ...

17.10.2023 - Extended Double ZeppZooka - EDZZ

CB Antenne EDZ

Nach dem mit dem/der EDZ (extended double Zepp) eine Referenz geschaffen wurde (s.a. vorheriger Blogbucheintrag), kann nun munter am Thema doppelte λ⅝ weiter entwickelt werden. Mit dem mitten gespeisten verlängerten λ⅝ – EDZ - Dipol hat man jetzt jederzeit einen Vergleich, ob die Reise bei den weiteren Forschungsarbeiten in die richtige, gewinnbringende, Richtung gehen. Das Eis ist dünn an der oberen Spitze der maximal gewinnbringenden Portabel–Antennen und nur ein richtig funktionierendes Design kann dann auch wirklich etwas mehr Leistung erbringen als eine normale vollwertige λ⅝.


Ziel war es bei diesem Testbau zu überprüfen, in wie weit sich das mitten gespeiste EDZ-Design auf einen Aufbau mit Koaxialkabel als „drei Leiter“ übertragen lässt. Drei Leiter deshalb, weil das Koax als abgeschirmte Leitung mit Innenleiter und Innenseite der Schirmung zum Transport der HF dient und die Schirmungsaußenseite als Dipol Schenkel. Dieses Prinzip findet sich bei Antennen wie der T2LT mit Koaxspule oder auch den Gähnmaster-Nachbauten. Das praktische daran ist, obwohl diese Antennen mittengespeist sind, kann man das Koax zum Gerät unten am Fuß der Antenne anschließen. Das Koax dient also in doppelter Funktion, innen als Koaxkabel – außen als Strahler. So ist es dann auch nicht verwunderlich, daß der Aufbau der EDZZ einer übergroßen T2LT oder dem Gähnmaster λ⅝ Dipol ähnelt.


CB Antenne EDZ


Zum Aufbau - von der Strahler spitze abwärts (Testaufbau aus RG58 VKF 0.66, Antennenlitze)


Der obere Strahler besteht aus Antennenlitze und ist auf λ0.64 bemessen. Er mündet oben am Koax Innenleiter und ist mit diesem verbunden, der Koaxmantel endet hier offen – wie bei der T2LT. Es folgt ein λ0.64 langes Stück aus Koaxkabel, welches die Zuleitung zur Dipolmitte bildet und gleichzeitig der zweite λ0.64 Dipolstrahler ist. Zur Anpassung wird eine offene Hühnerleitung verwendet. Die Maße sind so berechnet (bei CB ca. 140cm), daß sich genau die Verlängerung auf λ¾ ergibt und die Strahler auf eine resonanten Länge gebracht werden. Der Abstand der Hühnerleiter-Leitungen ist so gewählt, das diese gerade selbst noch nicht strahlt, also knapp unter < λ 0,01 (10cm bei 11 Meter CB). Damit eine effektive Anpassung möglich ist, wurden Spannungspunkte zum Anschluss und Transformation ausgewählt. Auf der Koaxaußenseite befindet sich bei ca. λ ½ Höhe (von unten) der erste Punkt für die Anpassungsleitung, damit bleibt beim Testaufbau mit RG58 und Verkürzungsfaktor 0,66 noch ein elektrisch λ¼*VKF langes Innenleiter-Stück nach oben bis zur vollen λ 0,64 Länge des Koaxkabels. Dieser Punkt auf dem Innenleiter entspricht mechanisch also der resonanten λ¼ Länge und ist ebenfalls ein Punkt mit genug Spannung um effektiv zu transformieren und bildet den zweiten Anschluss. Die Hühnerleiter selbst wird mit einem GFK- Rohr rechtwinklig vom vertikalen Mast abgesetzt - beim Aufbau als inverted-V kann sie einfach nach unten hängen. Anders als bei der EDZ mit Kabelzuführung zur Dipolmitte, muß hier nicht das ganze Speisekabel gehalten werden, sondern lediglich die leichte Hühnerleiter. Daher kann das GFK-Rohr (ca. 140cm) auch leichter ausfallen als bei der Ursprungsvariante aus dem ersten Versuchsaufbau. (s.a. ein Blogbucheintrag vorher).


Nach der Anpassung geht das Koaxkabel dann an einem Stück bis zur Mantelwellendrossel (Ugly Balun) die aus dem selben Koax besteht. Die Mantelwellendrossel ist so bemessen, daß sie etwas unterhalb der Halbwellen Resonanz liegt – ca. λ ½*VKF+5%. Es folgt noch eine Viertelwellenleitung zur Symmetrierung mit Ferritkernen unterschiedlicher Größen und dann der Anschluss zum Zuleitungskabel. Von hier bis zum zweiten Dipolschenkel oben besteht das Koax aus einem Stück und muß nicht unterbrochen, sondern nur für den Anschluss der Anpassung aufgetrennt werden. An dieser Stelle ist auf sehr gute Isolation und Abdichtung zu achten, es stehen dort hohe Spannungen an.


Messungen:

CB Antenne EDZ

26-28 Mhz SWR am 18 Meter GFK-Mast: Die Montage am 18 Meter Mast ist fast zu niedrig, der untere Dipolschenkel ist nur noch 3,60m über dem Boden. Unser Testmast ist an einem Rankgerüst aus Metall für unseren Wein befestigt, dieses hat noch Einfluss auf die Antenne. Schon die Verlängerung mit einem kurzen 2 Meter Rohr auf 20 Meter Spitzenhöhe, brachte noch mal deutlich bessere Meß- und Signalwerte. Dieser Aufbau ist dann aber leider nicht mehr Sturm fest und kann so nicht dauerhaft genutzt werden. Wichtig ist jedoch zu beachten, daß der Bodeneinfluss in die Messungen eingeht und es besser ist die EDZZ noch etwas höher auf zu stellen, anstatt das SWR weiter auf niedriger Höhe zu optimieren. Bei der Abstimmung für das 10 Meter-Afu Band ergab die Simulation bessere Werte am 18 Meter Mast. Die EDZZ ist für das 10 Meter Band schon ein ganzes Stück kürzer und hat damit deutlich mehr Bodenfreiheit.Die nutzbare Bandbreite der EDZZ ist wie bei der EDZ recht schmal, zeigt durch den gleichen SWR-Verlauf EDZ/EDZZ aber, daß der Umbau so weit gelungen ist.


CB Antenne EDZ

Resonanz X: Der Bereich in dem die EDZZ optimal in Resonanz ist, zeigt deutliche Ähnlichkeiten zu den Meßwerten des EDZ. Dies ist ein Zeichen dafür, daß die EDZZ weitgehend identisch im Verhalten zur EDZ ist und der Umbau gelungen ist.


CB Antenne EDZ

Phase: Der Phasenverlauf der EDZZ , zeigt deutliche Ähnlichkeiten zu den Meßwerten des EDZ. Dies ist ein Zeichen dafür, daß die EDZZ weitgehend identisch im Verhalten zur EDZ ist und der Umbau gelungen ist.



Im Gegensatz zum normalen EDZ ist der handwerkliche Aufbau als extended double ZeppZooka (EDZZ ) deutlich anspruchsvoller, vor allem in den Bemessungen. Der normale EDZ ist recht nachbausicher, der EDZZ hingegen verlangt deutlichen Rechen- und Abstimmungsaufwand. Simulationen am Computer sind durch das HF-elektrisch komplexe Design der EDZZ leider sehr zeitaufwendig und es gibt wenige fertige Modelle die diese Art von Koaxantennen richtig abbilden. So kommen dann die echten Erkenntnisse meist vom direkten Feldtest durch Vergleich von angefertigtem Referenz-EDZ und den Versuchsentwicklungen.

Es zeigt sich, daß für den Bau der EDZZ die Tücke im Detail steckt, in jedem.

Geht der eigentliche Bau noch recht zügig und mit wenig kritischen Punkten von der Hand, ist die optimale Abstimmung aufwendiger und von großer Bedeutung für das Ergebnis. Die vollkommen unabgestimmte EDZZ zeigte zwar auf Anhieb welchem Monoband sie sich zugehörig fühlt, also SWR ok, Resonanzpunkt und Verlustwiderstände brauchbar. Aber die Leistung zeigt keinen Mehrgewinn, sondern blieb deutlich unter der Referenz. Schade … ab in die Tonne?

CB Antenne EDZ


So kann es einem gehen, wenn alle Messungen mit dem Antennenanalyzer noch vielversprechend aussehen, dann aber bei der Feldstärkemessung nichts „mehr“ ankommt. Da die selbstgebaute Hühnerleiter sich sehr beim Referenz-EDZ bewährt hat, kann hier der Verlust nicht herkommen, das Problem muß wo anders liegen …


  • Die Strahler waren absichtlich etwas zu lang bemessen, damit etwas Reserve vorhanden ist. Beide Dipolschenkel, also Litze und Koaxteil wurden auf λ 0,64 gekürzt und die Antenne neu abgestimmt. Die Strahler waren tatsächlich etwas zu lang und es ist schon Energie in Nebenkeulen bei der Abstrahlung verloren gegangen. Nach dem Kürzen kam am Meßempfänger tatsächlich etwas mehr an.
  • Durch die Kürzung der Strahler mußte die Hühnerleiter etwas verlängert werden, wohl etwas zu viel. Durch vorsichtiges Kürzen konnte die Antenne wieder optimal abgestimmt werden, was wieder einen kleinen Gewinn erbrachte.
  • Aber immer noch fehlte etwas Signalstärke um es mit der EDZ-Referenz auf zu nehmen. Wo geht also Leistung flöten bei dieser Art von Antennen? Genau, die Mantelwellendrossel begrenzt offensichtlich den unteren Dipolschenkel nicht richtig in seiner Länge, HF vagabundiert auf dem Koaxkabel. Durch die Verlängerung auf λ 0,64 und auch den Einfluss des gesamten Aufbaus funktioniert die bewährte T2LT Koaxdrossel im Fußpunkt nicht mehr richtig im resonanten Bereich. Die Koaxdrossel wird auf die neuen Bedingungen eingemessen und entwickelt nun wieder mehr Sperrwirkung – Bingo, die EDZZ strahlt auf einmal richtig auf.
  • Unterhalb der Drossel kommen zusätzlich Ferrite auf die Viertelwellenleitung und die Zuleitung ist nun sicher frei von HF auf dem Außenmantel.
  • Die Hühnerleiter hing bei ersten Tests noch schräg nach unten, durch exakte Abwinklung von 90 Grad hat sich das SWR leicht verbessert und es besteht weniger Einflussnahme auf die Abstrahlung.
  • Mehr Aufbauhöhe!


CB Antenne EDZ



EDZ und EDZZ liegen jetzt fast gleich auf, nur noch zwei Zeigerbreiten liegt die EDZ-Referenz vorne. Hier könnte dann verlustärmeres Koax, insbesondere im kritischen Bereich oberhalb der Anpassung noch etwas bewirken, da das Koax in diesem Abschnitt mit großer Fehlanpassung durchflossen wird. Aber auch der restliche Signalweg ist noch recht lang bis zum Anschlusspunkt und RG58 ist dann schon ein kleiner Verlustfaktor. Geplant ist erst einmal nur den oberen Teil gegen Class-A Low Loss Koax (versilbert/Teflon) zu tauschen, denn dort lauern noch die meisten versteckten μV., der restliche Kabelweg könnte dann später mit einem etwas günstigeren Kabel verlustärmer ersetzt werden. Die Hühnerleiter könnte auch nochmal in/mit anderen Übergangsimpedanzen hergestellt werden, hier könnte ein besserers Verhältnis von Eingans- zu Ausgangtransformation weitere Verluste vermeiden. Schön am Selbstbau ist hier die Möglichkeit die Werte der Hühnerleiter den Notwendigkeiten an zu passen, damit am Ende die Formel gut passt. Die Mantelwellendrossel könnte durch eine Ausführung mit mehr und steilerer Sperrwirkung ersetzt werden. Die Viertelwellenleitung mit Ferriten könnte durch eine Version mit niedrigerem VKF ersetzt werden, dann ist die elektrische Längensymmetrierung VKF innen/außen leichter zu handhaben, die Effektivität verbessert und der Job bleibt nicht nur an den Ferriten hängen. 


CB Antenne EDZ CB Antenne EDZ

Simulation EDZ am 18 Meter Mast vertikal


Hier steckt also das Potential zur gelungenen Mutation von EDZ zu EDZZ , wo bei die EDZZ einen wesentlich leichteren Aufbau ermöglicht , dabei zusätzlich weniger Gewicht und Windlast einbringt. Schon in der jetzigen Version wird also die EDZZ – Extended Double ZeppZooka am Mast bleiben, weil die Windlast deutlich geringer ist, was bei so einer riesigen Antenne ein entscheidender Vorteil ist. Mit einem letzten (oder vorletzten) Optimierungsschritt wird die EDZZ der EDZ dann gleichwertig sein. Der Aufbau ist mit dem EDZZ dann aber so weit vereinfacht, daß es praktisch keinen Unterschied in der Aufbauzeit zu andern Antennen wie Halbwellen oder GM-Clone am 18 Meter Mast gibt – aber echte 3 dB Mehrgewinn bei extrem flacher Abstrahlung. Ein Haken an der Sache wird aber klar, selbst am 18 Meter Mast hängt dieser Superdipol sehr niedrig. Mit zweimal λ 0,64 übereinander kommt man im 11 Meter Band auf nur noch 3,60 Meter Bodenfreiheit bei 18 Meter Mast. Das ist für einen vertikalen Dipol sehr niedrig und ein deutlicher Fall für den 26 Meter Mast :-)



Im Vergleich "normale Portabelantenne" vs. EDZ  - Raumwelle TX13-RX178 ca.1700km jeweils 18m Mast / Nahfeldtest 100m - TX-Seite HF-Generator jeweils 18m Mast / RX-Seite 4-Element-Beam 10m Mast    


Fazit:

Das EDZZ -Projekt ist bis jetzt spannend, weil jede kleine Verbesserung sich sofort positiv bemerkbar macht. Aber Vorsicht! Die regelmäßige Nutzung von EDZ und EDZZ kann süchtig machen. Ein „Downgrade“ auf „normale Portabel-Antennen“ fällt nach der Gewöhnung an EDZZ sehr schwer, denn es ist kaum zu ertragen, wenn Grass-Narben-Stationen beim Umschalten auf „kurze Antennen“ plötzlich weg sind und das eigene Signal nicht mehr auf dem entfernten Web-SDR in Thailand ankommt. Auch in Partnerschaft mit dem horizontalen 4-Element-Beam fallen sofort die geringeren Pegelunterschiede beim Umschalten auf., die Pegeldifferenzen beruhen nun mehr auf Polarisationsunterschieden der Signale und der reine Gewinnvorteil des Beams ist hörbar und sichtbar geschrumpft. Die Aussage über EDZ's:"Bringt locker die Leistung eines Zwei-Element-Beams ... nur in alle Richtungen gleichzeitig" kann bestätigt werden. Die EDZZ kann und muß im Portabel-Aufbau am GFK-Mast höher montiert werden als es mit den meisten einfachen Beams (z.B. Skyperbeam, Moxon, Quad etc.) vertikal möglich ist und ragt damit weit oben raus.

04.10.2023 - Mast füllende Antenne - EDZ double Power

CB Antenne EDZ

Wer sich schon immer etwas nackt gefühlt hat, wenn er an seinem 18 Meter-GFK Mast aufwärts schaut, weil nur ein kleiner Teil mit Antenne bedeckt ist, kann mit dem EDZ-λ⅝-Dipole gut 75% erfolgreich mit aktiver Strahlerlänge versehen (CB-11 Meter). Damit sind dann gut 13,60 Meter vom Mast mit Antenne belegt und das untere Dipol-Ende auf 4 Meter über Grund. Die extended Double Zepp ist damit die längst mögliche Ausführung eines Dipoles ohne das es zu unerwünschten Nebenkeulen kommt. Dem entsprechend sind die Dipolschenkel auf λ⅝ als maximal mögliche Länge bemessen, also eine doppelte λ⅝ Antenne, ein auf jeweils λ⅝ verlängerter (Zwei-) Dipol. Der Namen kommt von der für Zeppeline genutzten Urform. Damals waren alle portablen Funkstellen noch mit Röhrentechnik und dicken Trafos und Spulen bestück, welche wenig Leistung bei viel Gewicht erbrachten. Für die Nutzung auf Luftschiffen mußte aber am Gewicht für Ausrüstung gespart werden, so blieb als bester Funksignalverstärker nur eine möglichst effektive Antenne. Daran hat sich insbesondere für den Portabelbetrieb bis heute nichts geändert und die Grenzen der CB-Physik wurde bisher nicht überschritten :-)


CB Antenne EDZ


Der/Die EDZ ist also auch heute noch die einzige einzelne Antenne ohne Direktoren, Reflektoren oder Stockung, bei der sich rechnerisch ein merkbarer Gewinn gegen über anderen Portabel-Antennenformen ergibt. Der Gewinn gegen über dem Halbwellen Dipol wird mit bis zu 3 dB in der Antennenliteratur beziffert. Mehr ist trotz des großen Aufbaus aber nicht zu erwarten (außer in der Werbung) und entspricht dann auch ca. dem Gewinn einer λ⅝-Antenne gegen über einer Halbwelle mal zwei genommen. Aber immerhin handelt es sich hierbei um realistische Werte.

Dieser Mehrgewinn bedarf aber auch einen entsprechenden Mehraufwand beim Bau und Betrieb. Mit einer Strahlerlänge von zusammen fast 14 Meter ist der vertikal Betrieb im CB-Bereich nur ab 18 Meter GFK-Mast möglich. λ⅝-Strahler sind nicht auf der Betriebsfrequenz resonant und ihre Fußpunkt-Impedanz passt nicht zu den Funkgeräten, sie müssen angepasst werden. Damit sind auch schon die eigentlichen Hürden genannt. 

Damit den Strahlern möglichst viel der Sende-Energie zugeführt wird, sollte die Anpassung möglichst verlustarm erfolgen. Für den vertikalen Betrieb an einem GFK-Masten muß jedoch auch das Gewicht gering bemessen werden, so wie damals bei den Zeppelinen. Damit ist die Auswahl an möglichen Anpassungen von Resonanzfrequenz und Impedanz begrenzt und die meisten Bauanleitungen für abgestimmte monoband EDZ setzen Hühnerleiter zum Matching ein. Auch für die Nutzung im CB-Bereich hat diese Anpassungsvariante ihre Vorzüge.

CB Antenne EDZ

Anpassung mit Hühnerleiter

CB Antenne EDZ

Anpassung mit Spule

Gegeneinander wurden folgende Aufbauvarianten getestet:

  • Anpassung über Stub aus Koaxkabel - wohl die einfachste Art eine Antenne zwangs an zu passen. Ergibt eine sehr schmalbandige Anpassung bei gutem SWR - es wird zu viel Leistung im Stub verbraten - kein Mehrgewinn übrig.
  • Anpassung durch Verlängerungsspulen für Resonanz und niedrig ohmischer Lautsprecher-Doppelleitung für Impedanz. Ergibt eine große nutzbare Bandbreite von 1,2 MHz SWR < 1.5:1 - kaum Mehrgewinn übrig.
  • Anpassung durch V - förmige Anpassungsleitung, oft bei kommerziellen CB-EDZ gesehen. Scheint elegant gelöst zu sein, der Berechnungsgrundsatz für HF-Parallelleitung von <λ*0,01 maximalem Leiterabstand wird jedoch gebrochen, die Zuleitung strahlt und Leistung wird an falscher Stelle abgegeben - ergibt wenig Mehrgewinn bei etwas größerer Bandbreite.
  • Anpassung über selbst gebaute (oder gekaufte Hühnerleiter). Ergibt eine recht scharfe Anpassung mit ca. 0,6 MHz bei SWR < 1.5:1 nutzbarer Bandbreite. Der berechnete Mehrgewinn kann je nach Aufbauposition erreicht werden.

Damit ist klar, welche Anpassungsart wohl den weiteren Aufwand lohnt. Hierzu mußte auch ich in die längst verstaubte "Basteln wie damals die Funkamateure" - Kiste greifen, in der nichts fertiges zur Problemlösung zu finden ist. Die benötigte Hühnerleiter wurde nach der "Kabelbindermethode" hergestellt und macht so an dieser Stelle auch für CB-Funkbelange den notwendigen Anpassungsjob. Mit einer Handvoll Kabelbinder, ca. 16-18m Antennen-Litze oder Lautsprecher Kabel und etwas Schrumpfschlauch lassen sich Hühnerleitungen beliebiger Impedanz inklusive Strahler recht einfach selbst herstellen. Die Hühnerleiter hat gegen über der Variante mit Koax-Stub keine großen Verlustprobleme durch die extreme Fehlanpassung und wird deshalb auch heute noch als verlustarme HF-Leitung eingesetzt oder gerne zur Anpassung benutzt.

Fazit ist also, der Selbstbau der Anpassung als Hühnerleiter macht definitiv Sinn. Die anderen Anpassungsarten fallen wegen unerwünschten Nebenwirkungen oder keinem echten Mehrgewinn aus.

CB Antenne EDZ


Aber auch bei den betrieblichen Ansprüchen ist die EDZ etwas aufwendiger als kleinere Drähte. Für den Betrieb im CB-Bereich werden, wie bereits oben erwähnt, mindestens 18 Meter GFK-Mast benötigt. Da es sich um einen mittengespeisten Dipol handelt, muß auch das Speisekabel zur Mitte geführt werden, also auf gut 11 Meter von den 18 m des Mastes. Die Anpassungsleitung muß im 90 Grad Winkel abgeführt werden und die Zuleitung sollte möglichst nicht parallel zum unteren Strahler verlaufen. Für den vertikalen Betrieb wird also ein Ausleger am Mast benötigt.  Bei horizontalem Aufbau oder als Inverted-V Antenne kann die Zuleitung und Anpassung jedoch einfach herunter hängen.


CB Antenne EDZ

Viertelwellenleitung und Mantelwellendrossel aus Ferritkernen

Das mit der Mittenspeisung klingt aufwendig, jedoch hat es rein energetisch gesehen Vorteile, die Energie bei sehr langen Antennen mittig ein zu speisen. Würde man im Vergleich eine gestockte λ⅝ vertikal Antenne am unteren Strahlerende speisen, würde der obere λ⅝-Strahler in der Reihe weniger HF-Energie bekommen, da vor ihm schon λ⅝ als Antenne strahlt, der unter Straher Leitungsverluste auf dem Weg zum oberen Strahler hat  und oben dann weniger ankommt. Bei einer Stockung muß zu dem die Phase korregiert werden, wobei dann zusätzliche Verluste entstehen. Auch hier zeigt sich, daß jede Abweichung vom EDZ möglichen Mehrgewinn schnell wieder zu Nichte machen kann.

Der Bau aus der Bastelkiste

Der eigentliche Bau ist unspektakulär und die Hühnerleiter macht Sprosse für Sprosse mehr Spaß. Für den Bau habe ich gut 9 Meter Lautsprecherkabel (Plus/Minus Doppelleitung aufgeteilt) am Stück verwendet. Zweimal 6,80m (λ⅝ - CB) bilden die Dipolseiten und der Rest wird nahtlos zur Hühnerleiter (je nach Impedanz und VKF ca.1,40-1,80m). Die Abstandhalter für die Hühnerleiter habe ich aus Kabelbindern und Schrumpfschlauch angefertigt. Zur Symmetrierung folgt auf die Hühnerleiter eine Viertelwellenleitung aus Koax (λ¼*Verkürzungsfaktor) und eine Mantelwellendrossel aus Ferritkernen. Der Abstandhalter für die Zuleitung ist aus einer GFK-Angelrute entwendet und mit einer HT-Kupplung (graue Dose aus PP) am Mast befestigt. Die Abstimmung erfolgt durch kürzen der Hühnerleiter, die Strahler bleiben fest auf λ⅝-Länge. Ein Überstand von 10cm an Strahlerlänge wird als spätere Anpassungsreserve zurück gefaltet. Unterhalb der Symmetrierung und Mantelwellendrossel erfolgt die Zuleitung dann mit normalem Koaxkabel.

Tipp zur Erstabstimmung: Zur Einkürzung der Hühnerleiter reicht es der/die/das/divers* "EDZ" als inverted-V aufzubauen. Hierzu genügt dann auch ein kürzerer Mast, der sich leicht umlegen lässt. Die Dipolschenkel werden z.B. durch eine Wäscheleine (ohne Metallkern!) auf Abstand zum Boden gehalten. Hat man mit diesem Aufbau eine gute Abstimmung erreicht, kann die Hühnerleiteranpassung meist direkt so für den vertikalen Aufbau übernommen werden. Das letzte vertikale Feintuning am großen Mast erfolgt dann nur noch über kleine Längenänderungen der Strahlerenden, deshalb auch die 10cm Anpassungsreserve.

Motivation: Endlich Mast voll und wohl immer noch der Schatz aus der Bastelkiste (1923-2023). Kritische Betrachtung von endgespeisten gestockten vertikalen Antennen im CB-HF-Bereich - z.B. λ⅝ über λ¼ gestockt. Referenz zur Erforschung des Gewinns von endgespeisten gestockten vertikalen Antennen vs. verlängerten mittengespeisten Dipolen im CB-HF-Bereich.

CB Antenne EDZ

SWR - 26-28 MHz

CB Antenne EDZ

Return Loss

CB Antenne EDZ

X- 26-28 MHz

CB Antenne EDZ

Phase 26-28 MHz


Bleibt nun die Frage ... lohnt sich der Aufwand?

Die EDZ liefert immerhin den echten Mehrgewinn zweier verlustarm versorgter λ⅝-Antennen und liegt damit an der Spitze des einzeilig machbarem. Mit doppelter λ Power ist er damit auch einer einfachen λ⅝-Antenne mit λ¼ Radialen bei gleicher Einspeisungshöhe leicht überlegen. Der Aufbau des EDZ ist zu dem etwas leichter am GFK-Mast zu realisieren, als der einer Antenne mit mehreren Radialen zu λ¼. Rein vom Gewinn her betrachtet ist hier noch kein absoluter Voodoo-Boomfaktor zur erwarten, jedoch liefert der/die EDZ eine sehr stabile flache Abstrahlung und ist wenig Bodenabhängig. Die Bandbreite ist eher schmal und die optimalen Werte der Anpassung liegen nur um die abgestimmte Mittenfrequenz im verlustarme Bereich. Wie  bei anderen Antennenformen im vertikalen Aufbau, zählt auch beim EDZ der Aufbauort, die Aufbauhöhe und die freie Abstrahlung als wichtigste Kriterien für den gewinnbringenden Einsatz. Ist z.B. der untere Dipolschenkel noch in der Abdeckung von Bäumen, ist auch sein Mehrgewinn verloren. Steht solch eine flach abstrahlende Antenne in einem Tal, landet die HF ohne Gewinn bei den Regenwürmern. Steht der/die EDZ auf einer freien Bergkuppe, hat man das gute Gefühl endlich den Mast auch richtig aus zu nutzen ... mit doppelter Power und je nach Eieruhr der Gegenstation ca. einem ±½ -Signalwert mehr auf der Anzeige.